Abwehrkräfte und Vitamine

WIE FUNKTIONIERT DIE KÖRPEREIGENE ABWEHR?

 

Es gibt zwei Systeme, mit denen unser Körper versucht, sich gegen Keime und andere Feinde zur Wehr zu setzen. Zum einen gibt es spezielle Zellen, die vor Ort in den einzelnen Geweben die eindringenden Keime oder die als fremd und vernichtungswürdig erkannten Stoffe bekämpfen. Diese Zelle heißen deshalb im Volksmund Fresszellen, medizinisch Makrophagen. Sie sind Abkömmlinge der weißen Blutkörperchen, sind in ihren Vorstufen auch im Differentialblutbild nachweisbar, und wandern aus dem Blut in die entsprechenden Körpergewebe, wo sie sich ansiedeln und in der für ihre Funktion wichtigen Weise weiterentwickeln.
Der zweite Weg der Immunabwehr erfolgt über die Bildung von Abwehrstoffen, sog. Antikörpern, die sich ebenfalls gezielt gegen die als fremd erkannten Strukturen richten. Diese kompliziert gebauten Eiweißstoffe schwimmen im Blut und heften sich nach dem Schlüssel- Schloss-Prinzip an das sog. Antigen und bekämpfen es im Rahmen einer Entzündungsreaktion. Man spricht hier von " humoraler" Abwehr im Gegensatz zur zellulären Abwehr der Fresszellen. Diese "Makrophagen" sind über biochemische Vorgänge an der Fieberentstehung beteiligt. Während sie sich (etwa in der Mundhöhle oder der Nasenschleimhaut) direkt auf die eindringenden Keime stürzen und diese zu vernichten und über Enzyme zu zersetzen versuchen, geben sie Botenstoffe, die sog. Zytokine, frei. Diese gelangen über die Blutbahn zum Temperatur - Regulationszentrum des Gehirns und veranlassen dieses bei einem starken Infekt, wie ein Regler die Körpertemperatur höher einzustellen. Hierdurch wird das Immunsystem in seiner Aktivität weiter angeregt; viele Erreger verlieren während des Fiebers ihre Fähigkeit, sich schnell im Körper zu vermehren. Auch die weißen Blutkörperchen und die Fresszellen vor Ort können unter erhöhter Körpertemperatur besser arbeiten. Das erklärt, warum man Fieber nicht sofort senken sollte. Ist der Infekt ausgestanden und der Arbeitseinsatz der Makrophagen beendet, sinkt die Konzentration der Botenstoffe im Blut; und das Temperaturzentrum im Gehirn reguliert die Körpertemperatur wieder in den Normalbereich zurück. Vor einer nächsten Virus - Infektion ist man leider nicht geschützt, weil die Viren in veränderter Gestalt auftreten und den Körper herausfordern. Die gegen die "alten" Viren aufgebauten Abwehrwaffen sind dann ohne ausreichende Wirkung.. Hinzukommt, dass unsere Schleimhäute in den kalten Monaten durch die Heizungsluft besonders trocken und anfällig für Krankheitserreger sind. Kinder stecken sich besonders häufig an, weil ihr Immunsystem noch nicht ausgeprägt ist. Aber auch Erwachsene mit viel Stress, wenig Schlaf, vitaminarmer Ernährung, hohem Alkohol- oder Nikotingenuss sind anfälliger und erkälten sich leichter.

 

 

WIE KANN MAN DIE ABWEHRKRÄFTE MIT NATÜRLICHEN MITTELN STÄRKEN?

 

Gesunde, ausgewogene Ernährung mit frischem Obst und Gemüse, Frucht- oder Multivitaminsäften bevorzugen; Nahrung frisch zubereiten und auf Vitamine achten; weniger Fertiggerichte verwenden. Zucker und Weißmehl reduzieren, weil dies die normale Darmflora negativ beeinflussen und die Infektanfälligkeit steigern kann, lieber Vollkornprodukte verwenden. Unter- und auch Überernährung vermeiden, beides nimmt wahrscheinlich negativen Einfluss auf das Immunsystem. Die höhere Infektanfälligkeit bei Untergewichtigen ist bekannt, aber auch die Übergewichtigen haben, Studien zufolge, mehr unter Infekten zu leiden als Normalgewichtige. Achten Sie auf folgende Faktoren:
Gesunde, regelmäßige Lebensführung mit ausreichenden Schlaf- und Erholungsphasen.
Viel Bewegung in frischer Luft , dadurch härten Sie Ihren Körper ab
Sonnige Tage für Aktivitäten im Freien nutzen; denn Sonnenlicht, in Maßen genossen, regt die Bildung von Vitamin D an, das unter anderem auch für unser Immunsysteme gebraucht wird Saunabesuche, Wechselduschen und Kneippsche Güsse häufigeres Lüften der Räume bietet einen zusätzlichen Schutz Räume nicht überheizen und auf ausreichende Luftfeuchtigkeit achten der Witterung entsprechend kleiden; keine feuchte Kleidung anbehalten; nach körperlicher Betätigung oder Sport nicht verschwitzt ins Kalte oder in Zugluft gehen.

 

 

STELLENWERT DER VITAMINE FÜR DIE ABWEHR:

 

Die Vitamine A, C , E und B 6 sind die wichtigsten für die Immunabwehr. Sie aktivieren die für die Abwehr zuständigen Zellen und helfen auch, Botenstoffe für Immunprozesse freizusetzen. Vitamin D wurde in seiner Wirkung bei Entzündungs- und Abwehrprozessen lange unterschätzt. Den größten Einfluss hat es natürlich auf den Knochenstoffwechsel. Nur die Vorstufen von Vitamin D nimmt man mit der Nahrung auf; mit Hilfe des Sonnenlichts , das über die Haut aufgenommen wird, erfolgt die Bildung des endgültigen Vitamin D. Deshalb ist Sonne auch für die Abwehrstärkung wichtig; sie muss allerdings in Maßen und nicht in ausgedehnten Sonnenbädern genossen werden. Vitamintabletten und - präparate zur Deckung des Tagesbedarfs sind nur für bestimmte Gruppen notwendig ( s.o.), nicht jedoch für denjenigen, der sich normal und ausgewogen ernährt und seinen Körper keinen Extrembelastungen aussetzt. Überdosierungen können nur bei den fettlöslichen Vitaminen A,D,E und K auftreten. Durch die Nahrungsaufnahme und den normalen oder sogar leicht gesteigerten Konsum von Vitaminpräparaten sind tatsächliche Überdosierungen nicht zu erreichen, so dass auch theoretisch mögliche Nebenwirkungen praktisch nicht vorkommen.

 

 

WELCHE ARZNEIMITTEL UND MEDIKAMENTE SIND SINNVOLL?

 

Es spricht nichts gegen Mittel,wie Ecchinacea-, Arnika-, Lebensbaum- und Wasserhanf- Präparate, die die zelluläre Abwehr der weißen Blutkörperchen stärken. Diese Mittel sind in Tablettenform oder in alkoholischer Lösung rezeptfrei erhältlich, sollten aber nur in Intervallen eingenommen werden ( z.B. 1 Woche einnehmen, dann 2 Wochen Pause), da sonst eine zu große Stimulation des Immunsystems resultiert, die auch nicht erwünscht ist. Bei einem bestehenden Infekt sollte man diese Präparate nicht mehr einnehmen; verboten sind sie bei Fieber.Vitamintabletten braucht nicht jeder; man sollte sie eigentlich nur, wenn eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung im täglichen Leben durch Beruf oder Lebensrhythmus nicht gewährleistet ist. Wenn man sich normal ernährt, braucht man keine zusätzlichen Vitamintabletten.Bei großem Stress, also starker Beanspruchung des Körpers, Operationen, schweren Erkrankungen und Leistungssport sind zusätzliche Vitaminpräparate jedoch sinnvoll, weil dann ein erhöhter Bedarf besteht.Zink, Selen und Eisen- Präparate sollten Sie nur bei Mangelerscheinungen nehmen; nehmen Sie vorher Rücksprache mit mir. Die meisten Menschen haben bei normaler Ernährung keinen Mangel an diesen Mineralstoffen. Erst massive Blutungen, Operationen oder chronische Entzündungsprozesse, die unser Immunsystem über lange Zeit herausfordern, machen die Einnahme dieser Mittel mit großer Wahrscheinlichkeit erforderlich. Bei chronischen Magen- Darm - Erkrankungen kann die Aufnahme und Umbildung dieser Mineralstoffe ebenfalls gestört sein, so dass eine zusätzliche Zufuhr von außen als Infusion oder Spritze nötig wird.Psyche: Psychische Faktoren können das Immunsystem unspezifisch mobilisieren oder dämpfen; deshalb sollten Sie gerade in der kalten, dunklen Jahreszeit für viel Abwechselung und freudige Erlebnisse sorgen und so das psychische Gleichgewicht herstellen. Gerade in Belastungs- und Überforderungssituationen wird der Körper anfälliger und kann sein Abwehrsystem schlechter mobilisieren. Seelische Entspannung und körperliche Ruhephasen sind dann ganz wichtig. Entspannungsübungen wie autogenes Training können hier weiterhelfen. Bei chronischer psychischer Überforderung sind oft fachkundige Hilfestellungen erforderlich. Die Palette reicht von Stressbewältigungs- und Verhaltenstraining unter der psychologischer Anleitung bis hin zur psychotherapeutische Behandlung.Bei der normalen Erkältung handelt es sich um eine Virusinfektion, die beim Gespräch, beim Niesen oder Husten an die Mitmenschen weitergegeben werden. Bei der einfachen Erkältung sind es mehr als 200 Viren, die in den Nasen- Rachen- Raum eindringen und meist nur die oberen Luftwege befallen, Schnupfen und Halsschmerzen sind die Folgen. Bei schweren Formen sind auch die unteren Atemwege betroffen. Dann entsteht eine Bronchitis mit zunächst trockenem Husten, später aber flüssiger Schleimabsonderung. Die Stimme kann belegt sein. Bei Heiserkeit ist der Kehlkopf auch entzündet. In der Regel verläuft die Krankheit harmlos; Fieber tritt kaum auf. Gelenk- Muskel- Schmerzen sind allenfalls gering ausgeprägt und das Allgemeinbefinden kaum eingeschränkt. Normalerweise ist der Infekt nach einigen Tagen überstanden. Vor der nächsten Infektion ist man aber nicht geschützt, weil die Viren in veränderter Gestalt auftreten und den Körper herausfordern. Die gegen die "alten" Viren aufgebauten Abwehrwaffen sind dann ohne ausreichende Wirkung.. Hinzukommt, dass unsere Schleimhäute in den kalten Monaten durch die Heizungsluft besonders trocken und anfällig für Krankheitserreger sind. Kinder stecken sich besonders häufig an, weil ihr Immunsystem noch nicht ausgeprägt ist. Aber auch Erwachsene mit viel Stress, vitaminarmer Ernährung, hohem Alkohol- oder Nikotingenuss sind anfälliger und erkälten sich leichter. Bei einer "richtigen" Influenza - Grippe ist der Infektionsweg ist der gleiche wie bei der banalen Erkältung. Zunächst beginnt die Influenza- Grippe mit unspezifischen Vorboten wie allgemeinem Unwohlsein und Zeichen einer Erkältung: Dann aber entwickelt sich ein schweres Krankheitsbild mit Fieber bis 39/ 40° C, Schüttelfrost, Abgeschlagenheit, Augendruck, erheblichen Glieder - und Muskelschmerzen, Schwindel, Brechreiz und sogar Ohnmachtsanfällen als Ausdruck der Herz-KreislaufBelastung. Kinder haben oft Magen- Darm- Probleme und Nasenbluten. In einer zweiten Phase ist die Atemwegssymptomatik besonders ausgeprägt mit starkem Husten und den typischen Schmerzen hinter dem Brustbein. Auch ein zweiter Fieberanstieg ist möglich. Bei der viralen Grippe tritt eine Entfieberung normalerweise nach 4-6 Tagen ein. In den meisten Fällen kommt es nur zu Entzündungen der Bronchien, der Gaumenmandeln und der Luftröhre. Bei schlimmeren Krankheitsverläufen können Entzündungen der Lunge ( bei 3-20% der Erkrankten),des Herzmuskels ( in 10% der Fälle), der Hirnhäute ( in ca. 2-10% der Fälle) und anderer Körperorgane auftreten und zu gefährlichen Komplikationen führen. Auslöser ist das Influenza- Virus Typ A, B oder C mit diversen Subtypen, die sich nur geringfügig unterscheiden. Der einzige Schutz, der Sicherheit gegen die Influenzagrippe bietet, ist die Schutzimpfung. Es wird heutzutage eine sog. passive Impfung mit verschiedenen inaktivierten Erregerstämmen durchgeführt. Die Zusammensetzung des Impfserums wird von der Weltgesundheitsorganisation WHO vorgeschlagen. Die Wirksamkeit derSchutzimpfung liegt zur Zeit bei den heute üblichen Impfstoffen zwischen 75 und 90 %. Wenn der Geimpfte einen ausreichend hohen Antikörpertiter aufgebaut hat, so ist er gegen die gängigen und im Winter zu erwartenden Influenzavirusstämme immun. Ein erfolgreich Geimpfter läuft also nicht mehr Gefahr, an einer Influenza- Grippe zu erkranken. Der Impfschutz hält ca. 1-2 Jahre an. Die Impfung wird im allgemeinen gut vertragen. Es sei aber noch einmal ausdrücklich betont : Vor banalen Erkältungskrankheiten, die ja von mehr als 200 verschiedenen Viren ausgelöst sein können, ist man jedoch auch nach einer Grippeimpfung nicht gefeit!Es sollte sich impfen lassen:Jeder, der mit vielen Menschen in Kontakt kommt, sei es, dass er sich viel in Menschenansammlungen aufhält (z.B. viel mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt), dass er in seinem Beruf durch regen Publikumsverkehr mit vielen Menschen zutun hat oder als Lehrer, Erzieher, Vertreter oder Verkäufer einer erhöhten Ansteckungsgefahr ausgesetzt ist. Es seien als Beispiel noch besonders die Tätigkeiten in der Kranken- und Altenpflege erwähnt. Alle Menschen, die älter als 60 Jahre alt sind, weil Statistiken beweisen, dass die Influenzagrippe in dieser Altersgruppe oft komplikationsreicher verläuft und bei den bestehenden Grunderkrankungen auch häufiger zum Tode führen kann als bei jüngeren Menschen. Alle Menschen mit einem abgeschwächten Immunsystem, sei es im Rahmen chronischer Krankheiten, oder durch Medikamente, die die Abwehr schwächen ( wie z. B. das Cortison oder sog. Immunsuppressiva). Auch die Gruppe der HIV- positiven Menschen gehört hierher. Mit dem behandelnden Arzt muss jedoch abgesprochen werden, ob unter Abwägung von Nutzen und Risiko eine Impfung im Einzelfall sinnvoll und empfehlenswert ist. Die Ständige Impfkommission empfiehlt eine Impfung für HIV -positive Menschen und für AIDS - Patienten, also für solche Menschen, bei denen die HIV- Infektion symptomatisch gewirden ist. Wer zu Atemwegserkrankungen neigt oder sogar an einem Bronchialasthma, einer chronischen Bronchitis oder deren Komplikationen leidet, sollte mit seinem Arzt auf jeden Fall über eine Impfung sprechen. Denn jeder ernste Infekt verschlimmert die Grundkrankheit. Diabetiker sind zum einen anfällig für Infekte, schweben aber auch bei jedem ernsteren Infekt in der Gefahr, dass ihr Blutzucker entgleist und nur schwer, wenn überhaupt, einstellbar ist. Dies kann zu Komplikationen führen, deshalb soll man einer Influenza- Virus- Grippe durch Impfung vorbeugen. Schwere Herz- Kreislauf- oder Nierenerkrankungen sollen der Vollständigkeit halber hier ebenfalls Erwähnung finden.Ganz wichtig ist die Gruppe der Schwangeren: Leidet eine schwangere Frau etwa an einem ausgeprägten Diabetes, so könnte im Falle einer Influenza-Virus-Grippe der Blutzuckerspiegel völlig entgleisen und zu Problemen für Mutter und Kind führen. Auch bei anderen Grundkrankheiten, die die Immunabwehr schwächen, kann eine vorbeugende Impfung sinnvoll sein. Deshalb seien die Schwangeren hier besonders angesprochen, ihren Arzt anzusprechen und nach den Erfordernissen einer Impfung zu fragen. Die von der Mutter gebildeten Antikörper werden auch auf den kindlichen Organismus übertragen und schützen ihn wirkungsvoll vor einer Infektion. Echte Alternativen zur Schutzimpfung gibt es nicht. Für die gefährliche Influenzagrippe gibt es nur eine gezielte Möglichkeit der Vorbeugung; das ist die spezifische Schutzimpfung gegen die in der kommenden Saison vorherrschenden Influenza-Viren - Stämme. Auch eine gezielte Impfung gegen Pneumokokken, die eine schwere Lungenentzündung auslösen können, ist möglich und kann durch keine andere Maßnahme ersetzt werden. Es wird jetzt häufig ein Medikament verabreicht, das das Immunsystem aktivieren soll durch einen Cocktail aus einer Vielzahl von abgetöteten Keimen, die uns alltäglich bedrohen und gefährlich werden könnten. Der Körper soll sich im gesunden Zustand mit Ihnen auseinandersetzen und verstärkt Abwehrkräfte aufbauen, Es handelt sich aber in keinem Falle um eine Art Impfung oder um eine gezielte Steigerung der eigenen Abwehr. Jedem muss klar sein, dass dies nur zu einer unspezifischen, globalen Anregung der Abwehrkräfte führen kann. Eine Impfung gegen Influenza -Viren ersetzen diese Medikamente nicht. Die tatsächliche Wirkung und der Nutzen einer solchen Medikation wird unter den Ärzten daher auch unterschiedlich beurteilt. Diese Methode kann auch keine sichere Gewähr bieten, nicht doch an einer viralen Erkältung zu erkranken.

Wir sind für Sie da:

Dr. med. Markus Reuland
Weiser Str. 37
56566 Neuwied

Telefon: 02622 6336 02622 6336

E-Mail: praxis@dr-reuland.de

 

 

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