Windpocken (Varizellen)

ALLGEMEIN

 

Der Name "Windpocken" charakterisiert, dass die Erreger mit dem Wind oder Luftzug über mehrere Meter auf eine andere Person übertragen werden können; der Name "Wasserpocken" beschreibt den typischen Erscheinungszustand wassergefüllter Bläschen auf ansonsten intakter Haut und/oder Schleimhaut.

 

 

ANSTECKUNG

 

Die Inkubationszeit zwischen Kontakt und Ausbruch der Erkrankung beträgt 14 bis 21 Tage, in aller Regel 18 bis 21 Tage; wer 25 Tage nach Kontakt zu Varizellen noch keine eigenen Krankheitszeichen zeigt, hat sich mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht angesteckt.
Die Varizellen sind bereits kurze Zeit vor dem Auftreten der typischen Hauterscheinungen ansteckend. Auch während der gesamten Zeit des Bläschenstadiums besteht weiter eine hohe Ansteckungsgefahr für alle Personen, die noch nie an Varizellen erkrankten oder die z.Zt. eine massive Immunschwäche (z.B. während einer Tumorbehandlung) haben.
Um die Bläschen rascher austrocknen zu lassen, wurde Ihrem Kind eine Lotion verschrieben, die mehrfach täglich auf diese Bläschen aufgetupft oder großflächig mit einem Wattebausch aufgetragen werden soll. Sobald die Bläschen ausgetrocknet und verschorft sind, ist eine Weiterbehandlung mit der Lotion nicht mehr erforderlich. Zur Linderung des Juckreizes wurde Ihnen FENISTIL verschrieben, dieses soll in der auf dem Rezept angegebenen Dosierung eingenommen werden, solange der Juckreiz besteht.
Bis zur völligen Verschorfung aller Bläschen gilt Ihr Kind als ansteckend und darf den Kindergarten, die Schule oder öffentliche Veranstaltungen nicht besuchen. In dieser Zeit sollte auch das Baden unterbleiben. Kurzes Abduschen und vorsichtiges Abtupfen der Haut mit einem Handtuch sind jedoch möglich. Alle mit den Varizellen in Berührung gekommenen Gegenstände gelten als infektiös, können also die Varizellen-Erreger auf andere Personen übertragen.

Im allgemeinen dauert die Varizellen-Erkrankung 7 bis 10 Tage und endet mit dem Abfall der Krusten.

Die Kindergärten verlangen in aller Regel vor dem Wiederbesuch eine Unbedenklichkeitsbescheinigung. Ich persönlich halte diese zwar für überflüssig und ohne juristische Bedeutung, kann jedoch gegen die Vorschriften durch das Gesundheitsamt nichts unternehmen; Sie werden also gezwungen sein, Ihr Kind in einer Kinderarztpraxis vorzustellen, um eine solche Bescheinigung zu erhalten. Der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass die Krankenkassen für eine derartige medizinisch unnötige, unwirtschaftliche Untersuchung und das Ausstellen einer entsprechenden "Unbedenklichkeitsbescheinigung" nicht aufkommen, Sie die Kosten also ggf. privat zu bezahlen haben.
Eine Varizellen-Erkrankung tritt nur einmal im Leben auf, da eine lebenslange Immunität gegen das Virus hervorgerufen wird.

 

 

KOMPLIKATIONEN


Durch Verunreinigung von aufgekratzten Bläschen kann es zu einer eitrigen Superinfektion kommen, dabei findet sich eitriges Sekret auf dem Blasengrund. In diesem Fall sollten Sie Ihr Kind nochmals in meiner Praxis vorstellen.
Da es sich um ein neurotropes, das Nervensystem befallendes Virus handelt, ist eine Erkrankung und Mitbeteiligung des Nervensystems (Kleinhirn, Großhirn, Hirnnerven und periphere Nerven) möglich, wenn auch sehr selten. Auch in diesem Fall, der mit Zeichen einer Hirnhautentzündung und/oder heftigen Schmerzen im Bereich eines Nerven einhergeht, ist eine Wiedervorstellung Ihres Kindes selbstverständlich.
Die Gürtelrose (Herpes zoster) entsteht durch ein Wiederaufflackern der in den Nerven "schlummernden" Viren nach einer Varizellen-Erkrankung, führt zu einer Nervenentzündung und ist dementsprechend schmerzhaft; es handelt sich also nicht um eine Neuinfektion, sondern um ein Wiederauftreten klinischer Zeichen nach durchgemachter Windpockenerkrankung. Diese Komplikation tritt v.a. bei immungeschwächten Patienten auf, hier besonders bei älteren Menschen.

AN EINER GÜRTELROSE KANN MAN SICH JEDOCH MIT VARIZELLEN ANSTECKEN!

Gegen Schmerzen oder Fieber sollte wegen möglicher schwerer Komplikationen auf keinen Fall Acetylsalicylsäure ("ASPIRIN") gegeben werden.

Bei Kontakt Ihres Kindes mit einer Frau in der Frühschwangerschaft (bis 12. Schwangerschaftswoche) sollte unbedingt die behandelnde Gynäkologin bzw. der Gynäkologe hinzugezogen werden, da eine Auswirkung der Varizellen-Infektion auf das ungeborene Kind möglich sein kann.

 

 

IMPFUNG

 

Seit einigen Jahren gibt es eine Impfempfehlung der STIKO (Ständige Impfkommission). Daher werden möglichst alle Kinder im Alter ab einem Jahr gegen Windpocken geimpft. Seit Beginn der Impfung ist die Erkrankungsrate rückläufig.

Wir sind für Sie da:

Dr. med. Markus Reuland
Weiser Str. 37
56566 Neuwied

Telefon: 02622 6336 02622 6336

E-Mail: praxis@dr-reuland.de

 

 

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