Ringelröteln (Erythema infectiosum)

Übertragungsweg: Tröpfcheninfektion, vorwiegend im späten Winter und Frühjahr. Ansteckungsgefahr bei Kontakt: 13 - 44 %.

Betroffen v.a. Kinder zwischen dem 4. - 15. Lebensjahr.

 

Inkubationszeit: 6 - 14 Tage.

 

Hautausschlag beginnt mit einem schmetterlingsförmigen Erythem im Gesicht, Kinn und Munddreieck sind ausgespart. Am folgenden Tag kommt es zu einer Ausbreitung auf Brust, Rücken und Bauch; in diesem Stadium ähnelt der Hautausschlag den Masern mit großflächigen Rötungen, die später in der Mitte abblassen und die typischen "Ringeln" bilden. Gravierende Krankheitssymptome fehlen, in 3 - 5 % kann es zu schmerzhaften Gelenkschwellungen kommen. Komplikationen der Ringelröteln sind eine Rarität, eine ursächliche Therapie ist nicht durchführbar und auch nicht erforderlich. Bei kurzzeitigen Abgeschlagenheitszuständen oder Fieber wird rein symptomorientiert behandelt.
Bei Reihenuntersuchungen Erwachsener wurde festgestellt, dass ca. 50 % aller Erwachsenen Antikörper gegen den ringelrötelnauslösende Parvovirus B 19 aufweisen.
Bei Fehlen dieser Antikörper kann eine Infektion auch bei Erwachsenen auftreten, wobei in 35% der Fälle keine klinischen Zeichen der Infektion nachzuweisen sind, die Krankheit also "unbemerkt" abläuft.

Falls eine Schwangere im Stadium der Frühschwangerschaft infiziert wird, kann es bei dem Feten zu Wassereinlagerungen in allen Organen kommen, was in 25% der Fälle eintritt. 70% der mit diesen Wassereinlagerungen (Hydrops fetalis) belasteten Feten versterben. Das Zeitintervall zwischen mütterlicher Infektion und kindlicher Infektion beträgt zwei bis acht Wochen, kindliche Missbildungen durch die Infektion sind nicht bekannt.
Falls eine Parvovirus-Infektion bei einer Schwangeren vermutet wird, sollten IgM- und IgG-Antikörper gegen dieses Virus bestimmt und engmaschige Ultraschalluntersuchungen des Feten durchgeführt werden. Besteht der Hinweis auf eine Wassereinlagerung beim Feten, so sind eventuell Bluttransfusionen beim Feten erforderlich. Nach erfolgreicher intrauteriner (in der Gebärmutter durchgeführter) Behandlung ist die Prognose für das Kind gut.

Das rechnerische Risiko für Schwangere berechnet sich also wie folgt:
von 100 Schwangeren in der Frühschwangerschaft haben 50% Antikörper, können sich also nicht mehr infizieren;
von den verbleibenden 50 Schwangeren werden 13 - 44% an Ringelröteln erkranken = 7 bis 22 Frauen;
bei diesen wird es mit einer Wahrscheinlichkeit von 25% zu einem Hydrops fetalis kommen = 1,75 bis 5,5 Fälle.

Das Erkrankungsrisiko für ein noch nicht geborenes Kind beträgt demnach (aufgerundet) 2 - 6%, das Mortalitätsrisiko ohne Behandlung (75%) 1 bis 4 Fälle auf 100 Schwangere mit Ringelröteln-Kontakt.

Falls bei Ihrem Kind ein Hautausschlag besteht, der als Ringelröteln angesehen werden kann, sollte der Besuch von Kindergärten und Schulen bis zum völligen Verschwinden des Hautausschlages aus Vorsichtsgründen unterbleiben.

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Dr. med. Markus Reuland
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