Nasennebenhölenentzündung (Sinusitis)

ALLGEMEINES

 

Die Nasennebenhöhlen bilden sich in den ersten Lebensjahren aus. Man unterscheidet Stirnhöhle, Kiefernhöhlen, Keilbeinhöhle und Siebbeinzellen. Ihre Aufgabe besteht darin, die eingeatmete Luft anzuwärmen und anzufeuchten, bevor sie die unteren Atemwege erreicht. Die Kiefernhöhlen haben sich z.B. ungefähr mit dem dritten Lebensjahr ausgebildet, die Stirnbeinhöhlen erst mit ca. acht Jahren. Eine Entzündung kommt zustande, wenn im Rahmen eines Schnupfens (medizinisch einer Nasenschleimhautentzündung oder Rhinitis) die Schleimhaut, die die Nasennebenhöhlen auskleidet, mit beteiligt ist, ebenfalls Sekret bildet und anschwillt. Durch diese Schwellung kann sie auch die Öffnungen verschließen, so dass der Sekretabfluss behindert wird und auch die normale Belüftung der Höhlen unterbleibt. Bakterien besiedeln das aufgestaute Sekret, so dass eine eitrige Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) entsteht.

 

 

URSACHEN

 

Bei der akuten Sinusitis ist meist eine starke virusbedingte Erkältungskrankheiten der Auslöser, aber auch Zahnentzündungen, die in die Kieferhöhle einbrechen, sind nicht selten. Jede bleibende Abflussbehinderung des von der Nasenschleimhaut produzierten Sekrets führt nach dem oben beschriebenen Mechanismus zur Entzündung. Eine Schleimhautschwellung kann diese Abflussbehinderung bewirken. Häufigster Auslöser ist hier neben dem Infekt der allergische Schnupfen. Deshalb sollte man besonders bei chronischer Entzündung immer einen Allergietest machen und ggf. eine Hyposensibilisierungsbehandlung einleiten. Aber auch ein im Volksmund als "nervöser" Schnupfen bezeichneter Reizzustand der Nasenschleimhaut, medizinisch als Rhinitis vasomotorica genannt, ist häufiger Auslöser.

 

 

SYMPTOME EINER AKUTEN ENTZÜNDUNG

 

Der Schnupfen ist hartnäckig und heilt nicht ab. Die Nasenatmung ist deutlich behindert. Die Nase ist einseitig oder doppelseitig "zu". Gelbliches oder milchig-trübes Nasensekret entleert sich nur schwer. Gerötete und geschwollene Augenlider deuten auf eine Entzündungsausbreitung hin. Starkes Druckgefühl und zunehmende, z.T. unerträgliche Kopfschmerzen unterschiedlicher Lokalisation sind typisch, an den Schläfen und über den Augen, wenn Stirnhöhle oder Siebbeinzellen betroffen sind, an den Wangenknochen, im Oberkiefer unterhalb der Augen, wenn eine Kieferhöhle entzündet ist (einseitiger Schmerz, einseitiger Sekretabfluss sind typisch); im Hinterkopf bei einem Keilbeinhöhleninfekt. Aber gerade im akuten Stadium ist es möglich, dass sich der Infekt auf mehrere Höhlen ausweitet. Ein Klopfschmerz über Kiefer- und Stirnhöhle, z.T. sogar ein Berührungsschmerz über der zugehörigen Gesichtsregion sind typisch. Eine eitrige Schleimspur läuft an der Rachenhinterwand herunter. Fieber ist ein Zeichen der bakteriellen Infektion und kann bis 40°C ansteigen. Blässe, Abgeschlagenheit und allgemeines Krankheitsgefühl sind weitere unspezifische Hinweise.

 

 

SYMPTOME EINER CHRONISCHEN SINUSITIS

 

Weniger stark ausgeprägte Beschwerden als bei der akuten Form. Der Verlauf ist weniger stürmisch. Die Entzündung klingt aber nie richtig ab. Oft besteht nur leichter Druck oder Schmerz unterschiedlicher Lokalisation (in Abhängigkeit von der betroffenen Höhle). Es können aber auch mehrere Höhlen chronisch entzündet sein. Das Beklopfen der Kiefer- oder Stirnhöhle ist oft schmerzhaft. Eine Eiterstraße ist an der hinteren Rachenwand sichtbar. Der ständig schlechte Geschmack stört viele. Die Nasenatmung ist deutlich behindert. Geruchs- und Geschmacksempfinden sind stark beeinträchtigt. Das Allgemeinbefinden ist verändert, auch wenn man sich nicht richtig krank fühlt. Rezidivierend gibt es Phasen von starker akuter Symptomatik, die dann auch akut behandelt werden müssen.

 

 

KOMPLIKATIONEN

 

Verbleibende Keime in den Nebenhöhlen, die immer wieder zu Infekten der Atemwege, insbesondere auch zur Bronchitis führen, auf Dauer auch zu asthmatischen Beschwerden. Mittelohrentzündung Entzündung und Durchbruch der knöchernen Nebenhöhlenwand mit Ausbreitung in die umliegenden Strukturen: Bei Einbruch in die Augenhöhle entwickelt sich eine Augenphlegmone, bei Anschluss an ein Hirngefäß können sich Hirnhautentzündung und Hirnabszess ausbilden, es kann aber auch eine Thrombose in einem der kleinen Hirngefäße resultieren. In jedem Falle handelt es sich dann um lebensgefährliche Krankheitsbilder.

 

 

DIAGNOSTIK

 

Nach dem Abklopfen der Nasennebenhöhlen wird in jedem Fall die Nase gespiegelt. Eine Ultraschalluntersuchung der Nebenhöhlen gibt weitere Auskunft. Letzte Gewissheit über eine Entzündung mit Sekretstau liefert die Röntgenaufnahme, die dann typische Flüssigkeitsspiegel erkennen lässt. Speziellen Fragestellungen sind Computertomographie und andere bildgebende Verfahren vorbehalten. Das Nasensekret kann auf Erreger untersucht werden, um - besonders bei hartnäckigen Fällen - das richtige Antibiotikum auszuwählen. Allergietests oder andere diagnostische Verfahren zur weiteren Abklärung der Entzündungsursache schließen sich im Einzelfall an.

 

 

BEHANDLUNG DER AKUTEN SINUSITIS

 

Abschwellende Maßnahmen für die Schleimhaut lokal mit Nasentropfen, Spray oder Gel - Tabletten haben sofort eine Wirkung im ganzen Körper, können Müdigkeit hervorrufen und sind bei Bluthochdruck, Schilddrüsenüberfunktion und Diabetes mellitus schädlich. Wärmezufuhr durch Rotlicht, Kopflichtkasten oder Mikrowellenbestrahlung (hier ist eine Brille zum Schutz der Augen wichtig). Kopfdampfbäder werden immer wieder empfohlen, zu beachten ist aber, dass es hier leicht zu Reizungen der Augen kommen kann. Kamilledampfbäder sind häufig Auslöser schlimmer allergischer Reaktionen an den Augen! Besser daher Inhalationen! Besonders bei Kindern kommt die Gefahr des Verbrühens hinzu. Inhalationen mit Wasser und Kräuterzusätzen (z.B. Kamille, Thymian oder Salbei) oder milden ätherischen Ölen (z.B. Eukalyptusöl, Pfefferminzöl oder Thymianöl, Mentholzusätzen). Schwitzpackungen evtl. Bettruhe. Bei fehlender Besserung und gelblichem Sekret Antibiotika, in hartnäckigen Fällen früher Punktionen und Spülungen, heute ist dies seltener. Zur Linderung der akuten Schmerzen hat sich v.a. die Akupunkturbehandlung - wie auch bei anderen Schmerzzuständen - sehr bewährt; bei Kindern wird in der Regel die Laser-Akupunkturbehandlung angewendet, die völlig schmerzfrei ist und hervorragend toleriert wird.

 

 

THERAPIE DER CHRONISCHEN ENTZÜNDUNG

 

Ebenfalls abschwellende Maßnahmen. Nasentropfen, -sprays und -salben normalerweise aber nicht länger als ungefähr 6 Wochen nehmen und auch cortisonhaltige Präparate nicht dauerhaft verwenden, auch wenn sie nur ganz geringe Cortisonmengen enthalten und den Körper insgesamt nicht schädigen. Anwendung maximal ein paar Monate. Dann muss eine Entscheidung über die weitere Therapie erfolgen. Abklärung der Ursache (Allergie?, Infektneigung bei Immunschwäche?, "nervöser Schnupfen", mechanische Abflussbehinderungen?).

 

Operative Maßnahmen:

Früher wurden oft Stanzen und Fensterungen durchgeführt, um den Sekretabfluss und die Belüftung der Höhlen wieder zu erreichen. In jüngster Zeit hat sich eine neue Methode, die "endonasale Laserchirurgie" durchgesetzt. Hier wird mit einer kleinen Sonde in Narkose das störende Gewebe verglüht. Vorteil dieses Verfahrens ist das unblutige Vorgehen und die mögliche Präzizisionsarbeit, die nach Angaben mancher Anwender noch größer ist als bei den herkömmlichen Methoden. Die Komplikationsrate ist bei einem geschulten Arzt nicht höher als früher und insgesamt ganz gering. Die Erfolgsquote wird mit Zahlen bis zu 80% angegeben. Die Lasertherapie kommt jedoch nicht für alle Patienten in Betracht. Deshalb muss eine gezielte Aufklärung durch den Arzt erfolgen. In jedem Falle ist sie den chronischen Sinusitisformen vorbehalten, wenn andere Therapieversuche keinen Erfolg gebracht haben und operative Maßnahmen erforderlich werden.

 

 

NATÜRLICHE HEILMITTEL

 

Feuchtwarme Kompressen auf Nebenhöhlen und Nacken mit Heilerde, Leinsamen, Heublumen, Kartoffelbrei, Gurgeln mit Salbeitee, nach anderen Rezepten auch mit Leitungswasser oder einem Wasser-Leinsamölgemisch, Zungenbürstungen 2-3mal täglich, Spülungen der Nasen mit kaltem Wasser oder mit Kochsalzlösung (auf 100 ml Wasser 1g Salz). Massage von Nasenrücken und Nasenflügel zur Durchblutungssteigerung. Ätherische Öle zur Inhalation s.o.. Viel trinken, insbesondere Kräutertees und Fruchtsäfte mit viel Vitamin C.
Bei Fieber, eitrigem Nasensekret und bleibenden Kopfschmerzen muss der Eigenbehandlung ein Ende gemacht und ein Arzt zur Abklärung und gezielten Therapieeinleitung aufgesucht werden. Ein Antibiotikum wird dann meist unumgänglich.

 

 

LITERATURHINWEISE

 

B. Nees- Delaval: Wenn Kinder krank werden
Falken -Verlag
Niedernhausen
ISBN 3-8068-4240-X

 

P.Wenzel: Hausapotheke
Gräfe und Unzer- Verlag
München
ISBN 3-7742-2895-7

 

K.Pollak: Knaurs Großes Gesundheitslexikon Kapitel Nasennebenhöhlenentzündung
Droemer - Knaur - Verlag
München
ISBN3-426-261111184-7

 

 

ANSPRECHPARTNER

 

Hausärzte, Hals-Nasen-Ohren-Ärzte sowie Ärzte für Kinder- und Jugendmedizin, Ärzte für Naturheilverfahren, Allergologen und Zahnärzte

Gesellschaft für Endonasale Laserchirurgie
Prof. Dr. Dr. H. Lenz
Franziskushospital Köln
Schönsteistr.63
50825 Köln

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Dr. med. Markus Reuland
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56566 Neuwied

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