Durchfall (Diarrhoe)

Die Behandlung einer Durchfallerkrankung – vor allem einer im Säuglings- und Kleinkindesalter – beruht im wesentlichen auf der Diät, der ein größerer Stellenwert als die medikamentöse Behandlung zukommt.

Die Einhaltung einer strengen Diät sowie eine reichliche Flüssigkeitszufuhr führen zu einer Normalisierung des Stuhlganges und gewährleisten, dass Ihr Kind nicht "austrocknet". Bestens bewährt hat sich dünner schwarzer Tee mit Traubenzucker, dem eine Prise Salz zugesetzt wird, um den Salzverlust auszugleichen. Auch Fertigpräparate mit entsprechender Zusammensetzung sind im Handel erhältlich, z.B. Oralpädon. In Abhängigkeit vom Alter des Kindes kann auch Kindercola oder ein Wasser/Apfelsaft-Gemisch (1:1) gegeben werden. Darüber hinaus soll eine fettarme, zuckerarme und reizstoffarme Diät eingehalten werden, z.B. Salzstangen, Kräcker, trockene Brötchen, Zwieback, gekochter Reis, Nudeln ohne sonstigen Zusatz, trockenes Brot, Banane, geriebener Apfel etc. Diese Diät ist so lange fortzusetzen, bis sich der Stuhlgang normalisiert hat; erst dann kann wieder auf eine Normalnahrung umgestellt werden.
Bei Säuglingen und Kleinkindern sollte als Diät "Heilnahrung" gegeben werden, die sowohl als Flaschen- als auch als Breinahrung zubereitet werden kann. Sollte sich der Zustand Ihres Kindes verschlechtern, es die Flüssigkeitsaufnahme verweigern oder zusätzlich Erbrechen, bitten wir um baldige Vorstellung in unserer Praxis oder bei einem anderen Kinderarzt, notfalls auch in einer der Kinderkliniken.
Falls Ihr Kind wegen eines Magen-Darm-Infektes und häufigen Durchfällen mit Loperamid (verschiedene Handelsnamen, z.B. Imodium N-Saft, Loperamid-ratiopharm u.a.) behandelt werden soll, gelten besonders strenge Richtlinien für die Einnahme. Bei diesem Medikament ist es besonders wichtig, die Höchstdosierung nicht zu überschreiten, da ansonsten ein medikamentös hervorgerufener Darmstillstand eintreten kann. Das Medikament ist daher von den verschiedenen Herstellern auch erst ab einem Alter von zwei Jahren freigegeben worden, um das oben beschriebene Risiko eines Darmstillstandes so gering wie möglich zu halten; trotzdem ist es möglich, auch jüngere Kinder mit dem Medikament zu behandeln, wenn dies medizinisch sinnvoll ist und die Dosierung dem Gewicht des Kindes exakt angepasst wurde. Loperamid wird streng nach Gewicht des Patienten dosiert; die Einzelheiten hierzu finden Sie im Beipackzettel des Medikaments. Die gewichtsentsprechende Menge wird nach jedem ungeformten Stuhl, jedoch keinesfalls häufiger als 4 mal pro 24 Stunden gegeben, auch wenn anschließend weitere ungeformte Stuhlentleerungen erfolgen. Darüber hinaus sollte das Medikament nicht länger als 3-4 Tage gegeben werden. Hat sich bis zu diesem Zeitpunkt noch keine Besserung der Durchfallserkrankung eingestellt, bitten wir um Wiedervorstellung des Kindes in unserer Praxis; in diesem Fall ist eine bakteriologische Stuhluntersuchung zu erwägen.

Auf keinen Fall sollte das Medikament ohne ärztliche Anordnung gegeben werden, da es bei bestimmten Durchfall-Erregern gerade durch die Einnahme dieses Präparates zu einer erheblichen bis lebensbedrohlichen Verschlechterung des Befindens kommen kann; dies gilt insbesonders für Durchfallserkrankungen mit Blutbeimengungen zum Stuhl, die nicht immer mit bloßem Auge zu erkennen sind!

Im Zweifel nehmen Sie bitte Kontakt mit unserer Praxis oder dem nächsterreichbaren Kinderarzt bzw. einer Kinderklinik auf.

 

Wir sind für Sie da:

Dr. med. Markus Reuland
Weiser Str. 37
56566 Neuwied

Telefon: 02622 6336 02622 6336

E-Mail: praxis@dr-reuland.de

 

 

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