Allergie

Im Frühjahr und Sommer ist Hochkonjunktur für Allergien. Schniefende Nasen, juckende Augen und auch asthmatische Probleme sind zu dieser Jahreszeit häufig und in der Regel durch Pollenallergien ausgelöst. Uns interessieren diesmal besonders diejenigen, die unter einer Hausstaubmilbenallergie leiden und sich das ganze Jahr hindurch mit den Symptomen herumschlagen müssen. Sie sind allerdings zur Frühjahrszeit weniger betroffen als im Herbst und Winter, dann trocknet die Heizungsluft die Schleimhäute aus und macht sie für die Allergene empfänglicher.
Aber auch das Frühjahr hat seine Tücken: es ist die Hauptvermehrungszeit für die Milben, deshalb soll man jetzt häufiger das Bettzeug waschen und so die Milben bekämpfen.
Neben der Hyposensibilisierung gibt es zur Zeit noch keine vergleichbare Therapie - Alternative. Zur Linderung der Symptomatik kommen abschwellende Nasentropfen in Betracht, aber Vorsicht! Nicht als Dauertherapie benutzen, bereits nach 6-8 Wochen kann sich eine Abhängigkeit entwickeln, und die Schleimhäute schwellen immer mehr an. Cortisonhaltige Nasensprays sind bei Hausstaubmilben - Schnupfen die Therapie der Wahl; das Cortison ist in diesen Präparaten so niedrig dosiert, dass keine Nebenwirkungen im Körper entstehen. Sie müssen also keine Angst mehr haben wie in früheren Zeiten!

 

 

ALLGEMEINES ZU ALLERGIEN

 

Allergien sind nicht erst Erkrankungen unserer Zeit, sie waren bereits vor Jahrtausenden bekannt. Man weiß von Hippokrates, der ungefähr 400 v.Chr. lebte, dass er allergische Reaktionen auf Milch und Käse hatte. Der ägyptische Pharao Menes starb 2640 v. Chr. an einem Wespenstich aufgrund einer allergischen Reaktion. In der Bundesrepublik Deutschland reagieren 30 - 40 Prozent der Bevölkerung überempfindlich auf für sie reizauslösende Stoffe. Die Zahl der Allergiker ist steigend. Umwelteinflüsse, eine Vielzahl von chemischen Substanzen in allen Bereichen unseres Alltags sowie veränderte Lebensgewohnheiten nehmen Einfluss auf unser Immunsystem. Eine Theorie besagt sogar, dass unser Körper sich weniger mit schweren Infektionskrankheiten auseinandersetzen muss und dadurch die Bereitschaft für Allergien gefördert wird. Denn das Immunsystem ist weniger gefordert, hat "freie Kapazitäten" und wird jetzt bei falschen Auslösern aktiv.

 

 

WAS IST EINE ALLERGIE?

 

Es handelt sich um eine veränderte Reaktion des Körpers auf bestimmte Substanzen, die bei anderen Menschen in vergleichbaren Mengen keine Reaktionen auslösen. Die Veranlagung für eine Allergie wird meistenteils vererbt, kann aber auch im Laufe des Lebens erworben werden. Es gibt unterschiedliche Ausprägungen. Die "atopische Veranlagung" kann sich in Form eines allergischen Schnupfens ("Heuschnupfen"), eines atopischen Ekzems (Neurodermitis) oder eines allergischen Asthmas äußern. Bei 30 Prozent der Pollenallergiker vollzieht sich im Laufe des Lebens ein sog. Etagenwechsel, und es entwickelt sich neben dem "Heuschnupfen" später ein Bronchialasthma. Die Allergie gegen Hausstaubmilben ist ebenfalls sehr weit verbreitet und häufig viel zu spät erkannt. Auch hier tritt in einem Drittel der Fälle neben dem Schnupfen ein Asthma auf! Darüber hinaus sind Nahrungs- und Arzneimittel, Arbeitsstoffe des Berufslebens, eingeatmete Chemikalien, Pflege- und Reinigungsmittel, Kosmetika, Schmuck und Textilfarbe neben vielen anderen oft unterschätzte Allergieauslöser.

 

 

WAS PASSIERT IM KÖRPER ?

 

Die Allergene (Pollen, Milbenkot etc) dringen als sog. Antigene über die Schleimhäute von Mund und Nase in den Körper ein. Beim Allergiker kommt es dann zu einer Überreaktion des Immunsystems. Die weißen Blutkörperchen sind die Polizisten des Immunsystems und identifizieren die Pollen als Fremdkörper, die es zu bekämpfen gilt. Zu diesem Zweck bilden sie spezielle Abwehrstoffe, die sog. Antikörper. Treffen Antigene und Antikörper dann erneut aufeinander, so gibt es eine heftige Reaktion: In den Mastzellen, einer Sondergruppe der weißen Blutkörperchen, werden Mengen von Botenstoffen, u.a. Histamin, freigesetzt. Die typischen allergischen Reaktionen mit Niesanfällen, Fließschnupfen, Augenbrennen, Hautjucken, Quaddelbildung, Hautekzem, Atembeschwerden usw. sind die Folge. Nur ganz selten kommt es bei allergischen
Reaktionen zu ganz dramatischen Erscheinungen bis zur Bewusstlosigkeit. Je nach Art der Allergie variieren die Symptome. Wichtig ist es, genau festzustellen, auf welche Stoffe der Körper allergisch reagiert, damit eine gezielte Behandlung einsetzen kann.

 

 

WELCHE BEHANDLUNGSMÖGLICHKEITEN GIBT ES ?

 

Das Beste wäre, die allergisierenden Reizstoffe zu meiden. Die Mediziner nennen das "Allergen-Karenz". Für den Milben-Allergiker ist es ein unerreichbares Ziel, dem Staub zu entfliehen; deshalb ist man auch davon abgekommen, das ganze Umfeld des Allergikers zu sanieren, Teppichböden zu entfernen etc. Die konsequente Sanierung des Betts durch waschbare Matratzenschoner, spezielle Kissen und Decken ist allerdings Grundvoraussetzung für eine Verbesserung der Lebensqualität und einen Rückgang der Beschwerdesymptomatik in den Nacht - und Morgenstunden. Symptomatische Maßnahmen zur Akutbehandlung und eine Hyposensibilisierung (s.u.) als ursächliche Therapie sind hier entscheidende Wege zum Therapieerfolg. Bei einer Tierhaarallergie ist eine Allergen-Karenz relativ leicht möglich; man muss dann auf das geliebte Haustier verzichten. Bei Nahrungsmittelallergien kann man die entsprechenden Obst-, Gemüse- oder Gewürzsorten meiden. Der Pollenallergiker hat es ebenfalls schwerer, denn er kann sich nicht wochenlang im Hochgebirge oder an der See aufhalten, um den gefürchteten Pollen zu entkommen und die Ursache seiner Krankheitssymptome auszuschalten. Symptomatische Maßnahmen bei Schnupfen und Konjunktivitis: abschwellende Nasentropfen, die eine gefäßverengende Wirkung haben und nicht zu häufig und über einen längeren Zeitraum regelmäßig eingesetzt werden sollen und vor Ort als Nasen- oder Augentropfen wirkende Antihistaminika. Sie dämpfen das Gewebehormon Histamin, das den Juckreiz und auch Schmerzreize auslöst. Sie müssen aber vorbeugend angewandt werden, um ihre Wirkung zu entfalten, nicht erst bei akuten Beschwerden!
Bei Pollenallergien sind sie jedoch wirkungsvoller als bei Milbenallergie! Antihistaminika in Tablettenform sind ebenfalls erhältlich, aber nur für Pollenallergiker wirklich von Nutzen. Wichtig ist, dass man sie vorbeugend, d.h. einige Zeit vor Kontakt mit dem Allergen einnimmt, also morgens bereits, bevor man die Wohnung verlässt. Plant man etwa einen Spaziergang durch die Felder am Mittag, so sollte man bereits (je nach Wirkung des Medikaments) einige Stunden vorher Vorsorge treffen. Cromoglicinsäure enthaltende Medikamente; auch sie haben vorbeugende Wirkung und helfen nicht mehr im akuten Anfall (Tropfen, Sprays). Sie sind auch bei asthmatischen Beschwerden wirksam. Pflanzliche Präparate der Naturheilkunde, Kalzium- und Magnesium-Präparate, Cortison enthaltende Nasensprays sind bei Milbenallergikern am wirkungsvollsten und sollten frühzeitig eingesetzt werden. Nebenwirkungen und eine Einflussnahme auf die normalen Körperfunktionen sind bei den neueren Mitteln nicht mehr zu befürchten (im Gegensatz zu früheren Präparaten).
Von Allergologen werden sie als Mittel der 1. Wahl auch schon bei Kindern eingesetzt und der Daueranwendung von abschwellenden Nasentropfen vorgezogen. Beim allergischen Asthma gehören die Cortison enthaltenden Inhalationssprays inzwischen schon länger zur bewährten Therapie. Nebenwirkungen sind auch hier bei korrekter Anwendung nach Rücksprache mit dem Arzt in der Regel nicht zu befürchten. Spezieller Stufen-Therapieplan bei allergischem Asthma, hier ist eine individuelle und konsequente Behandlung erforderlich, die in die Hand eines darauf spezialisierten Arztes gehört!
Akupunktur: Unbestritten hat die Akupunktur ihre Wirkung, wenn sie bei saisonbedingte allergischen Reaktionen, also Heuschnupfen und Pollenallergie eingesetzt wird. Aber auch bei anderen Allergieformen ist sie wirksam. Besonders Allergien der Atemwege wie allergische Bronchitis und allergisches Asthma lassen sich durch Akupunktur gut beeinflussen. Für die allergisch bedingte Bindehautentzündung gilt das Gleiche. Der Akupunktur liegt die Vorstellung zugrunde, dass 14 untereinander in Verbindung stehende Linien, die sog. Meridiane, die Oberfläche des menschlichen Körpers überziehen. In diesen Meridianen fließt die Lebensenergie Qi. An insgesamt 672 Punkten, die auf diesen Meridianen liegen, kommt die Energie an die Körperoberfläche. Hier sind auch die Akupunkturpunkte angesiedelt, die den Energiefluss des Meridians, aber auch des zugehörigen Organs therapeutisch beeinflussen sollen. Die chinesische Medizin begreift die Allergie als eine energetische Störung des Milz-Pankreas-Organs. Deshalb werden neben den typischen organbezogenen Punkten (von z.B. Nase, Augen, Bronchien oder Haut) immer auch Punkte des Milz-Pankreas-Meridians einbezogen.
Bei Milben-Allergikern kann ganzjährig therapiert werden. Als Pollenallergiker beginnt man am besten 2-3 Monate vor Saisonanfang und setzt die Therapie nach Saisonende fort. Ohr- oder Körperakupunktur kommen in Betracht, schonend sind auch die neueren Laserverfahren. Vor allem bei Kindern ist die Behandlungsmethode gut einsetzbar und zur Linderung der Beschwerdesymptomatik gut geeignet. Wichtig ist, dass nur qualifizierte und geschulte Ärzte die Akupunktur durchführen. Hierfür gibt es eine spezielle Ausbildung, die mit einem Diplom abgeschlossen wird.

 

 

ALLERGIETESTS

 

Eine gezielte Behandlung ist nur möglich nach einer genauen Testung und Bestimmung der Stoffe, die für die allergische Reaktion auslösend sind. Dies geschieht anhand der Krankengeschichte und durch Hauttests mit allergisierenden Extrakten (Beim Epikutantest werden Pflaster mit entsprechenden Substanzen auf die Haut aufgeklebt. Beim Pricktest, dem häufigsten Test, bringt man mit einer kleinen Nadel an mehreren Stellen Probelösungen in die Haut ein. Beim Intrakutantest werden die Probelösungen direkt in die Haut eingespritzt. So lassen sich auch leichtere allergische Reaktionen gut erfassen). Haben sich Hinweise für eine Pollen- oder Milbenallergie ergeben, kann man mit Hilfe eines Nasen-Provokationstests beweisen, dass die Nasenschleimhaut beim Kontakt mit den Pollen mit Schnupfen reagiert. Darüber hinaus wird die Bluttestung (sog. RAST-Testung) vor allem bei kleinen Kindern angewandt, denen man die Vielzahl der möglichen Hauttestungen nicht zumuten kann und will. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Allergien mit der Elektro-Akupunkturtestung herauszufinden; meist werden in unserer Praxis verschiedene Tests miteinander kombiniert, um eine größtmögliche Sicherheit für die erforderliche Behandlung zu bekommen.

 

 

KONTAKTSTELLEN

 

Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.
Hindenburgstr.110
41061 Mönchengladbach
Tel.: 02161 / 10207

 

Stiftung Deutscher Pollen-Informationsdienst
Burgstr.12
33175 Bad Lippspringe
Tel.: 05252 /52081

 

Arbeitsgemeinschaft allergiekrankes Kind
Hilfen für Kinder mit Asthma, Neurodermitis oder Heuschnupfen
Hauptstr.29
35745 Herborn
Tel.: 05252 / 95-4500

 

Das Gesundheits-Telefon
Service der Apotheken Umschau, des Senioren-Ratgebers und des Grünen Kreuzes
Tel.: 0190-212 021 für Allergien

 

Dt. Ärzte-Gesellschaft für Akupunktur
(Beratung auch für ratsuchende Laien)
Raglovichstr.14
80637 München

 

Deutsche Akupunktur - Gesellschaft
Goltsteinstr. 26
40211 Düsseldorf

Wir sind für Sie da:

Dr. med. Markus Reuland
Weiser Str. 37
56566 Neuwied

Telefon: 02622 6336 02622 6336

E-Mail: praxis@dr-reuland.de

 

 

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